Interkulturelle Kompetenz 2.0

Interkulturelle Kompetenz neu denken

Interkulturelle Kompetenz 2.0 ist ein von Matthias Azhari entwickeltes Konzept, welches das Verständnis von interkultureller Kompetenz auf eine neue Stufe hebt. Dabei zeigt sich interkulturelle Kompetenz eher durch die Einstellung zu kulturellen Unterschieden an sich, sowie am Bewusstsein des Eigenen wie des Fremden.

Interkulturelle Kompetenz 2.0

Interkulturelle Kompetenz wird häufig sehr einseitig als ein messbares Verhalten im Umgang mit Menschen anderer kultureller Prägung begriffen, und interkulturelle Trainings sind oft lediglich auf die Vermittlung „angemessenen Verhaltens“ ausgerichtet.

Dieses Verständnis von interkultureller Kompetenz ist jedoch sehr auf den Vordergrund konzentriert und geht deshalb am eigentlichen Kern des Ganzen vorbei.

CultureClub möchte hier einen neuen Weg gehen und bietet mit dem Konzept Interkulturelle Komptenz 2.0 ein neues Verständnis der Thematik.

Interkulturelle Kompetenz ist nicht eine angemessene Handlung in Situationen, an denen Menschen unterschiedlicher Kulturen beteiligt sind, sondern eine Stufe des Bewusstseins. Das Hauptziel interkultureller Trainings ist also nicht, dass Frau Mayer aus Österreiche Herrn Takamura aus Japan bei einem Geschäftsessen „angemessen“ begrüßen und evt. ohne sich zu blamieren mit Stäbchen essen kann.

Vielmehr bedeutet interkulturelle Kompetenz, dass sich Frau Mayer der eigenen und auch der Kultur von Herrn Takamura bewusst ist und den Unterschied zueinander positiv nutzen kann. Das bedeutet zum einen, dass Frau Mayer sich selbst und Herrn Takamura innerhalb einer kulturellen Landkarte einordnen kann, und zum anderen, dass Frau Mayer die Unterschiedlichkeit nicht als Herausforderung oder Hürde versteht, sondern als Bereicherung der Situation. Frau Mayer kann deshalb die Unterschiedlichkeit positiv für sich und die jeweilige Situation nutzen.

Eine interkulturell kompetente Person macht also nicht das „angemessene“ Verhalten aus, sondern inwieweit ihr Bewusstsein für sich selbst und andere ausgeprägt, und wie weit Unterschiedlichkeit als bereichernd und nützlich verstanden wurde.

MEHR ALS NUR DIE SPITZE DES EISBERGS

Eines der bekanntesten Kulturmodelle ist das Eisberg-Modell. Auf anschauliche Weise macht es deutlich. Wie bei einem Eisberg, bei dem nur ein kleiner Teil aus dem Wasser ragt, so ist auch bei der Kultur nur ein kleiner Teil sichtbar. Die äußerlichen und „sichtbaren“ Anteile einer Kultur sind nur ein kleiner, an der Oberfläche schwimmender Teil des Ganzen. Der größere und auch wichtigere bzw. ausschlaggebendere Teil einer Kultur befindet sich wie bei einem Eisberg „unter Wasser“. Dieser Anteil ist also nicht sichtbar und meist unbewusst.

Interkulturelles Training sollte sich also nicht ausschließlich auf das Vermitteln von Handlungsstrategien beschränken. Sicher sind Handlungs- und Sprachkompetenzen ein wichtiger Teil interkultureller Kompetenz, alleine für sich machen sie jedoch noch lange keinen interkulturell kompetenten Menschen. Mit der Strategie, sich alleinig mit Verhalten und Handlung interkulturelle Kompetenz anzueignen mag vorschnell sehr praktisch wirken, geht jedoch bei genauerem Hinsehen am eigentlichen Wesen interkultureller Kompetenz vorbei.

Solange sich interkulturelle Kompetenz nur mit der Oberfläche bzw. der Spitze des Eisbergs beschäftigt, solange ist es auch eine oberflächliche Kompetenz. Mit dieser oberflächlichen interkulturellen Kompetenz mag zwar eine reibungslosere Kommunikation möglich sein, kulturelle Unterschiede werden jedoch weiter als Hindernis gesehen, so dass Interkulturalität und kulturelle Diversität generell als Herausforderung bzw. als Problem gesehen wird.

Das Konzept Interkulturelle Kompetenz 2.0 hebt interkulturelle Kompetenz auf eine neue Dimension des Verständnisses, das vor allem auch kulturelles Bewusstsein, die Haltung zu kulturellen Unterschieden insgesamt, wie auch die positive Nutzung von Diversität und Unterschiedlichkeit mit einbezieht.